Frage zur bedienung von Schaltwerks E-loks (Insbesonder Ep. IV)

Hier kann alles Allgemeine rund um Zusi 3 gefragt und beantwortet werden. Neuigkeiten zum Programm werden hier erscheinen.
Antworten
Nachricht
Autor
Fabian D. W.
Beiträge: 28
Registriert: 01.04.2026 18:08:37

Frage zur bedienung von Schaltwerks E-loks (Insbesonder Ep. IV)

#1 Beitrag von Fabian D. W. »

Hallo Zusammen,

Ich habe mal ne frage an die Fachleute die sich damit auskennen. Es geht mir um E-Lok mit schaltwerk. Bei den Einheitsloks haben ich jetzt nicht so die probleme, die erklären sich relative selbst.

Allerdings habe meine Probleme bei der 111, 112, 114 und 143, besonders die ost loks. Mir passiert es oft das ich beim hochbeschleunigen im PZB betrieb, in so fahrstuffe 20+( auch gerne mal in Volllast) ein halt oder langsamfahrt erwaten kriege und da ist meine frage:

muss ich das Schaltwerk wenn ich in Fahrschalter Stellung 0 gehen trotzdem ablaufen lassen bevor ich bremse?

Denn aktuell lass ich grundsätzlich erst das schaltwerk ablaufen und dan bremse ich. Nur ich kriege dabei halt regelmäßig zwangsbremsungen oder schieße an bahnsteigen vorbei, weil ich z.b. nicht rechtzeitig abgeschaltet habe oder das schaltwerk lange gebraucht zum ablaufen.

Ich frage wegen der Bewertung, ich versuche möglichst sauber zu fahren.

Gruß
Fabian D. W
Rechtschreibung ist nicht meine Stärke und Ich werde trotz Korrektur, immer irgendwo einen Fehler drin haben, also bitte nicht wegen jeder Kleinigkeit meckern.

Maxx
Beiträge: 1446
Registriert: 03.02.2019 14:07:56
Wohnort: Olpe

Re: Frage zur bedienung von Schaltwerks E-loks (Insbesonder Ep. IV)

#2 Beitrag von Maxx »

Sobald Du die Bremse betätigst, läuft das Schaltwerk doch automatisch runter, oder?

td1
Beiträge: 173
Registriert: 09.09.2005 17:55:27
Wohnort: Österreich

Re: Frage zur bedienung von Schaltwerks E-loks (Insbesonder Ep. IV)

#3 Beitrag von td1 »

Bei den meisten Schaltwerk-E-Loks sollte gemäß der jeweiligen Bedienungsanweisung vor Einleitung einer Bremsung das Ablaufen des Schaltwerkes in die Stufe "0" abgewartet werden. Dies gilt jedoch nicht im Gefahrenfall: Hier darf auch dann, wenn sich das Schaltwerk in einer Fahrstufe befindet, sofort gebremst werden (wenn möglich, sollten allerdings vorher mittels der Schnellabschalttaste die Motortrennschütze zum Abfallen gebracht werden). Bei einigen E-Lok-Reihen wird bei Betätigung der Druckluftbremse ein geschlossener Fahrstromkreis auch automatisch (durch Abfallen der Motortrennschütze, ausglöst z.B. durch einen Druckschalter in der Hauptluftleitung wie bei der ÖBB-Reihe 1142) unterbrochen.

lg, td1

Wolfgang E.
Beiträge: 1015
Registriert: 28.10.2021 12:16:41
Aktuelle Projekte: https://github.com/machinae-vectoriae-ductor/
Wohnort: Köln
Kontaktdaten:

Re: Frage zur Bedienung von Schaltwerks E-loks (Insbesonder Ep. IV)

#4 Beitrag von Wolfgang E. »

Beim Vorbild führt eine Schnellabschaltung, egal ob durch Schnell-Aus-Taste, Einlegen der E-Bremse oder Druckwächter Notbremse, zum sofortigen Abfall der Motortrennschütze. Die Motorinduktivität benötigt jedoch eine Spannungs-Zeit-Fläche um die gespeicherte magnetische Energie abzubauen. Da die Zeit durch die mechanische Unterbrechung recht kurz ist, nämlich bis zum Erlöschen des Lichtbogens, wird die Spannung danach recht hoch. Dies kann bei hohem Motorstrom und großer Fahrstufe zu Überschlägen durch Überspannung führen. Besonders die 103 hatte in ihren Anfangstagen durch Zwangsbremsungen der LZB100 darunter zu leiden, was zur Stilllegung der Trafoumschaltung (Hamburger Hammer) geführt hat. Bei den DR-Loks wird zudem eine Thyristorgrundlastdrossel an den Trafoausgang geschaltet, damit die Thyristoren nicht sperren und die volle Spannung sehen, für die sie nicht ausgelegt sind. Das kann sie wohl 2-3 mal, bis sie erst mal abkühlen muss.

Man sollte daher her sehen, dass man erst das Fahrschalterhandrad nach 0 dreht, bzw. den Fahrschalter nach Ab stellt und wenn die Zugkraft auf ca. 2/5 abgebaut ist, kann man den Schnell-Aus betätigen und bremsen. Wenn die Zeit dafür nicht reicht, muss man natürlich sofort die Bremse in Schnellbremsstellung ziehen.

Viele Grüße
Wolfgang

Benutzeravatar
Carsten Hölscher
Administrator
Beiträge: 35094
Registriert: 04.07.2002 00:14:42
Wohnort: Braunschweig
Kontaktdaten:

Re: Frage zur bedienung von Schaltwerks E-loks (Insbesonder Ep. IV)

#5 Beitrag von Carsten Hölscher »

Bei der Nohab MY hat man einen Drucktaster mit dem man das Abfallen des Trennschützes verhindern kann. Muss man also spontan bremsen, kann den drücken und kann das Fbv in Vollbremsung legen und den Fahrschalter in Stufe 1. Ist der Motorstrom ausreichend niedrig, kann man den Taster loslassen und die Trennschütze öffnen dann. So verhindert man das Öffnen der Trennschütze durch den Bremseingriff unter hohem Strom.

Carsten

Fabian D. W.
Beiträge: 28
Registriert: 01.04.2026 18:08:37

Re: Frage zur bedienung von Schaltwerks E-loks (Insbesonder Ep. IV)

#6 Beitrag von Fabian D. W. »

Hallo Zusammen,

Habe hier zu nochmal eine Frage,

wie sieht das aus wenn man die E-Bremse (sofern vorhanden) auskoppelt? Also rein mit Druckluft bremst.

Auch würde mich interessieren wie das bei der 111 (Ins Besondere die für die S-Bahn gebauten Maschinen, 111 111 bis 111 188) aussieht, wenn man der Fahrschalter in Stellung 0/aus stellt und dann das Schaltwerk noch am ablaufen ist und man trotzdem schon bremst (die kraft anzeige zeit ja dann Null)

Ich frage, weil die 111 in NRW ja bekanntlich sehr lange als die primäre S-Bahn Lok eingesetzt wurde. Auf den S-Bahn Linie hier, besonders die im Ruhrpott (S1, S2, S3, S4, S5, S6 und S9), sind zum teil sehr kurz Abstände zwischen den Stationen (unter zwei Minuten, inkludiert anfahren und halten) möglich.

Und bitte für Jemanden der nicht vom Fach ist erklären (also jemanden der das mehr aus Hobby und Spaß mach), Ich arbeite als Elektriker an Straßen- und Stadtbahnen und kein Triebfahrzeugführer. Ich habe auch keine Fahrerlaubnis für irgendein Schienenfahrzeug.

(Falls in diesem Beitrag grammatikalische oder rechtschreibliche Fehler vorliegen, möchte ich die im Vorfeld entschuldigen und wäre froh auch konkrete und konstruktive Korrektur, da ich oft meine Fehler trotz Korrektur nicht unbedingt alle finde)

Mit freundlichsten Grüßen
Fabian W.
Rechtschreibung ist nicht meine Stärke und Ich werde trotz Korrektur, immer irgendwo einen Fehler drin haben, also bitte nicht wegen jeder Kleinigkeit meckern.

Antworten