Umfrage: Übersetzung SVN-Clients

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Mr. X
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Umfrage: Übersetzung SVN-Clients

#1 Beitrag von Mr. X »

Hallo zusammen,

neulich habe ich einen Schreibfehler in der deutschen Übersetzung einer GUI für ein Versionverwaltungssystem korrigiert, und mich dabei gefragt, welche Form der Übersetzung eigentlich von den Nutzern überhaupt gewünscht wird. Sollen Begriffe wie "Checkout" oder "Commit" erhalten bleiben, eingedeutscht oder übersetzt werden?

Daher habe ich eine kleine Umfrage gebaut und würde mich über Eure Teilnahme - bitte nur diejenigen, die tatsächlich solche Software nutzen - freuen:

https://pkeus.limesurvey.net/989989?lang=de

In der Zusi-Gemeinde wird Versionsverwaltung - soweit ich weiß, SVN - eingesetzt, und zwar von einer nicht ausschließlich von Programmierern gebildeten Anwendergruppe. Daher platziere ich diesen Link auch hier (Carsten, ich hoffe, Du hast nichts dagegen). Es würde mich freuen, wenn sich eine belastbare Grundlage ergibt, um eine Übersetzung möglichst nutzerfreundlich bzw. nutzerverständlich zu gestalten.

Schreibt auch gerne Eure Argumente zu Eurer Meinung in diesen Thread - das werde ich auch noch tun, allerdings nicht im Eröffnungspost, um Euch nicht direkt zu beeinflussen.

Viele Grüße
Mr. X

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Iarnród
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Re: Umfrage: Übersetzung SVN-Clients

#2 Beitrag von Iarnród »

Ich habe hier mal einen GitHub-Link auf die deutsche Übersetzungsdatei (Portable Object der Bibliothek gettext) für Subversion angefügt (ja, die Versionsverwaltungs-Software Subversion ist auch als Git-Repository, oder übersetzt, Git-Projektarchiv zu berkommen). Das Original gibt es im Apache-Projektarchiv.

Wenn Subversion mit der deutschen Locale verwendet wird, werden die hier definierten deutschen Meldungen anstatt der englischen ausgegeben.

Die deutsche Version des Subversion-Buchs von O'Reilly ist auch online verfügbar.

Tschüss
Iarnród

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Carsten Hölscher
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Re: Umfrage: Übersetzung SVN-Clients

#3 Beitrag von Carsten Hölscher »

Bei auch im deutschen gängigen engl. Begriffen könnte man ja auch den englischen Begriff in Klammern ergänzen.

Carsten

Mr. X
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Re: Umfrage: Übersetzung SVN-Clients

#4 Beitrag von Mr. X »

Hier auch noch meine persönliche Meinung dazu: Unter Windows habe ich früher TortoiseSVN genutzt; unter Linux/KDE nun RabbitVCS, kdesvn und das KDE-Plugin. Letztere beide unter Dolphin, ersteres mit Thunar. Keines kommt an die Qualität und den Funktionsumfang von Tortoise heran, aber RabbitVCS ist am nächsten dran.

TortoiseSVN hatte ich immer ohne Übersetzung installiert; RabbitVCS ist automatisch in der Systemsprache, ebenso andere Alternativen. "Checkout" kenne ich nur als "Checkout", und mich stört es, dann überlegen zu müssen, ob nun "Abrufen", "Herausholen" oder "Auschecken" das tut, was ich unter "Checkout" erwarte (ja wirklich, diese drei Übersetzungen von "Checkout" verwenden die drei genannten Programme!). Oder ob "Abrufen" nicht vielleicht eher einem svn update entspricht. Außerdem erschwert es, anderen Anwendern etwas zu erklären, wenn man nicht weiß, ob und welche deutsche Übersetzung derjenige nutzt.

Im Ergebnis würde ich mir deshalb eine teilweise Übersetzung wünschen, bei der "Checkout", "Commit", "Pull", usw. als feste Begriffe stehen bleiben, aber Texte dennoch übersetzt sind.

An der Übersetzung von RabbitVCS war ich nun schreibfehlerkorrigierend einmal kurz dran, habe aber festgestellt, dass die vorliegende Übersetzung dringend aktualisierungsbedürftig ist; zahlreiche Strings werden nicht übersetzt. Eventuell würde ich mir diese Mühe mal machen wollen, und habe daher diese Umfrage erstellt.
Iarnród hat geschrieben: 21.02.2024 17:34:32 Ich habe hier mal einen GitHub-Link auf die deutsche Übersetzungsdatei (Portable Object der Bibliothek gettext) für Subversion angefügt (ja, die Versionsverwaltungs-Software Subversion ist auch als Git-Repository, oder übersetzt, Git-Projektarchiv zu berkommen). Das Original gibt es im Apache-Projektarchiv.
Danke für den Hinweis! Das Konkurrenzprodukt Git hält sich aber nicht daran: https://github.com/git/git/blob/master/po/de.po Dort ist zwar oben keine Übersetzungshilfe drin, aber wenn man durch die Texte mal durchscrollt, bleiben dort die Fachbegriffe Englisch, aus "branch" wird "Branch". Das praktische Problem ist also, wenn man ein Programm übersetzt, dass sowohl Git als auch SVN beherrscht (wie RabbitVCS): Dann werden die Übersetzungen in der einen oder anderen Richtung abweichen.
Carsten Hölscher hat geschrieben: 22.02.2024 00:16:06 Bei auch im deutschen gängigen engl. Begriffen könnte man ja auch den englischen Begriff in Klammern ergänzen.
Wo das UI ausreichend Platz lässt, könnte man so vorgehen, ja.

Mr. X
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Re: Umfrage: Übersetzung SVN-Clients

#5 Beitrag von Mr. X »

Vielen Dank für Eure Teilnahme! Ich möchte Euch nun noch den Ergebnisstand nach gut einem Monat berichten.

Ergebnisse:
Stand: 28.03.2024
Gesammelte Antworten: 50 vollständig, 16 unvollständig (letztere nicht ausgewertet)

Weche Versionsverwaltungssysteme nutzen Sie? (Mehrfachauswahl)
Git: 41
SVN: 26
Mercurial: 3
Bazaar: 0
CVS: 2
Andere: 4

Welches UI nutzen Sie üblicherweise für das von Ihnen überwiegend verwendete Versionsverwaltungssystem? (Mehrfachauswahl)
Befehlszeile: 26
Tortoise*: 20
RabbitVCS: 3
Sourcetree: 3
In IDE eingebettetes GUI: 20
Von Desktopumgebung bereitgestelltes GUI: 1
Andere: 9 (darunter gitk und GitKraken mit zwei Nennungen)

Welche Form der Übersetzung des UI aus dem Englischen ins Deutsche bevorzugen Sie?
Vollständige Übersetzung, einschl. Fachbegriffe: 2
Vollständige Übersetzung, Fachbegriffe nah am Original: 7
Teilweise Übersetzung, Fachbegriffe bleiben Englisch: 14
Ich bevorzuge ein nicht-übersetztes UI: 27

Schlussfolgerungen:
- Nur Git und SVN haben eine signifikante Nutzerbasis. Andere VCS sind unter den Teilnehmern nahezu irrelevant.
- Die meisten deutschsprachigen Nutzer bevorzugen ein englisches UI. Übersetzung sollte daher optional sein.
- Die, die eine Übersetzung wünschen, möchten diese nah an den englischen Begriffen. Die Mehrheit bevorzugt, dass Fachbegriffe nicht übersetzt werden.

Nun bin ich dabei, die Ergebnisse praktisch zu nutzen. Dies könnt ihr hier verfolgen: https://github.com/PKEuS/rabbitvcs/commits/master/ und https://github.com/rabbitvcs/rabbitvcs/pull/397.

Alwin Meschede
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Re: Umfrage: Übersetzung SVN-Clients

#6 Beitrag von Alwin Meschede »

Mr. X hat geschrieben: 28.03.2024 19:54:54 Befehlszeile: 26
Dass es so viele harte Jungs gibt, hätte ich nicht gedacht :schiel
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Christian Sch.
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Re: Umfrage: Übersetzung SVN-Clients

#7 Beitrag von Christian Sch. »

Alwin Meschede hat geschrieben: 28.03.2024 21:49:28
Mr. X hat geschrieben: 28.03.2024 19:54:54 Befehlszeile: 26
Dass es so viele harte Jungs gibt, hätte ich nicht gedacht :schiel
Ich vermute einfach mal, dass die GUIs verhindern, dass sich das ganze Potential der VCSe entfalten kann...

Mr. X
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Re: Umfrage: Übersetzung SVN-Clients

#8 Beitrag von Mr. X »

Ja, mit einer absoluten Mehrheit für die Kommandozeile hätte ich auch nicht gerechnet.

Ich hätte aber eine böse Vermutung zur Ursache: Es liegt nicht daran, dass die Konsole so viel Freude macht. TortoiseSVN und TortoiseGit sind so gut, dass nicht viel vom Potential der VCSe verloren geht. Im Gegenteil, grafische Darstellungen von Änderungen und Revisionsbäumen holen letztlich noch mehr heraus, als es die Konsole alleine könnte. Aber die Mehrheit der Entwickler ist vermutlich nicht auf Windows unterwegs, sondern unter Linux (Vermutung, wurde nicht gefragt). Und die grafischen Oberflächen dort (jedenfalls die, die ich getestet habe) lassen viele Wünsche offen: Tatsächlich habe ich mit Tortoise unter Windows selbst im komplizierten Git nie die Konsole gebraucht. Unter Linux fehlen in den GUIs hingegen einfach die erforderlichen Funktionen (oder sie funktionieren nicht). Also kann ich mir mit den GUIs zwar das Log übersichtlich anzeigen lassen und die trivialsten Transaktionen machen, aber für alles weitere brauche ich die Konsole. Nur 6 Personen, die die Konsole nutzen, nutzen der Umfrage zufolge keine weitere GUI. 20 Personen haben zusätzlich zur Konsole noch eine GUI angekreuzt.

Christian Sch.
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Re: Umfrage: Übersetzung SVN-Clients

#9 Beitrag von Christian Sch. »

Mr. X hat geschrieben: 29.03.2024 15:35:55 Ja, mit einer absoluten Mehrheit für die Kommandozeile hätte ich auch nicht gerechnet.

Ich hätte aber eine böse Vermutung zur Ursache: Es liegt nicht daran, dass die Konsole so viel Freude macht. TortoiseSVN und TortoiseGit sind so gut, dass nicht viel vom Potential der VCSe verloren geht. Im Gegenteil, grafische Darstellungen von Änderungen und Revisionsbäumen holen letztlich noch mehr heraus, als es die Konsole alleine könnte. Aber die Mehrheit der Entwickler ist vermutlich nicht auf Windows unterwegs, sondern unter Linux (Vermutung, wurde nicht gefragt). Und die grafischen Oberflächen dort (jedenfalls die, die ich getestet habe) lassen viele Wünsche offen: Tatsächlich habe ich mit Tortoise unter Windows selbst im komplizierten Git nie die Konsole gebraucht. Unter Linux fehlen in den GUIs hingegen einfach die erforderlichen Funktionen (oder sie funktionieren nicht). Also kann ich mir mit den GUIs zwar das Log übersichtlich anzeigen lassen und die trivialsten Transaktionen machen, aber für alles weitere brauche ich die Konsole. Nur 6 Personen, die die Konsole nutzen, nutzen der Umfrage zufolge keine weitere GUI. 20 Personen haben zusätzlich zur Konsole noch eine GUI angekreuzt.
Interessant. TortoiseGit dann über WINE? Ich finde das irgendwie symptomatisch. Schon längere Zeit wird vom Durchbruch von Linux auf dem Desktop geträumt. Aber auf die Bedürfnisse der Anwender eingehen ...

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F. Schn.
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Re: Umfrage: Übersetzung SVN-Clients

#10 Beitrag von F. Schn. »

Tortoise gehört zu der wenigen Software, die ganz eng in den Windows Explorer integriert sind. Diese Software muss eng mit den Explorern wie Dolphin, Thunar oder anderen entwickelt werden. Ich bin etwas überrascht, dass sich die Linuxer da eher 3 Parallelentwicklungen gengönnt haben, anstatt Tortoise einfach kompatibel zu machen. Aber für Wine selbst ist das eigentlich zu viel. Wine müsste dann ebenfalls mit einem der Explorer-Ersatze (FileManagern) eng interagieren. (Alles, was außerhalb der Filemanager ist, ist laut Wine-AppDatabase problemlos kompatibel.)

Aber zur Wahrheit gehört auch, dass viele Filemanager um Welten schlechter sind als der Windows Explorer. Und dass ich da bislang auch keinen echten Fortschritt sehe.

Und mal generell: Ich finde Git nicht wirklich gut GUI-Geeignet. Tortoise macht einen guten Job, wenn man berücksichtigt, welche Steine einem die Git-Architektur da in den Weg legt. Aber wenn man das nicht berücksichtigt ist das Ergebnis eher nur Okay, und daher wundert es mich nicht, dass Gitler gerne Konsole nutzen (wobei das jetzt eine persönliche Erfahrung aus meinem Umfeld ist, und aus den Daten hier nicht verifizierbar ist).
Diese Signatur möchte folgendes bekannter machen: ZusiWiki · ZusiSK: Streckenprojekte · YouTube: Objektbau für Zusi · euirc: Zusi-Chat

F(R)S-Bauer
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Re: Umfrage: Übersetzung SVN-Clients

#11 Beitrag von F(R)S-Bauer »

Hallo,

Du wirst den Glaubensgrundsatz: Linux=Comandozeile vesus Windows=Mouse um Ernsthaft zu arbeiten nicht weg bekommen.
Genau so, wie viele Linux-Admin Mäuse er widerwillig am Rechner zulassen, sind Windows-Admins nur unter Gewaltanwendung in der Powershell zu sehne.
Das scheint genetisch zu sein.

Wenn ich mir die Funktionalität der Verschiedenen Linux Desktop Oberflächen ansehe, reicht das oft kaum über das Starten von Programmen hinaus.
Dass man da auch besser sein kann, zeigen die diversen Androidsysteme.

Grüße

Ralf

yxyx
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Re: Umfrage: Übersetzung SVN-Clients

#12 Beitrag von yxyx »

F(R)S-Bauer hat geschrieben: 29.03.2024 21:47:17 Wenn ich mir die Funktionalität der Verschiedenen Linux Desktop Oberflächen ansehe, reicht das oft kaum über das Starten von Programmen hinaus.
Dass man da auch besser sein kann, zeigen die diversen Androidsysteme.
Mir fällt spontan nichts ein, was ich z.B. bei Cinnamon vermissen würde... (Wenn ich nicht gerade in Zusi unterwegs bin, benutze ich LinuxMint Cinnamon.)
In Windows 11 hingegen vermisse ich die alte Taskleiste, welche man sich zum Glück ja mit Explorer-Patcher zurückholen kann.

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