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Autopilot und Zusatz-(Lok-)Bremse

Verfasst: 13.03.2003 20:20:06
von (Ar-) T-Rex
Servus miteinander!

Ist das nur bei mir so (ich muß das mit aller gebotenen Vorsicht fragen, denn ich weiß um die Brandhitze dieser Themata :mua ), daß der Autopilot, meine Lieblingsgerätschaft bei Zusi, NICHT die Zusatzbremse, also die Lokomotiv-Druckluftbremse, ansteuert?

Ich muß dazu sagen, daß ich die Zusatzbremse von der Zug-Druckluftbremse getrennt habe und über die Tasten O und L bediene.

Wenn ich nämlich beispielsweise auf einer meiner Steilstrecken anhalte, die Zugbremse auslöse und den Zug mit der Zusatzbremse "festhalte", dann fährt der Autopilot trotz angezogener Lokbremse los (und ad ultimo weiter), was natürlich suboptimal ist, und löst sie "um's Verrecken" nicht aus.

Ich habe auch noch nie erlebt, daß der Autopilot von sich aus die Zusatzbremse benützt.

Vielleicht sollte diese Funktion auf die Wunschliste?? Oder mache ich etwas falsch?

Arthur

Verfasst: 13.03.2003 21:30:10
von Peter Zimmermann
Der Autopilot benützt die Zusatzbremse nicht. :P
Wenn ich mit Zusi fahre, benütze ich sie auch nicht. Ich habe mal irgendswo gelesen, dass man sie nur dann benützen darf, wenn es sich um eine einzelne Lok handelt. Sprich: Wenn Wagen hinten dran hängen, dann darf man sie nicht benützen. :evil:
Muss aber gestehen, dass, wenn es am Bahnsteigende mit dem Halten knapp wird, dann nimm ich sie schon mal - Gott sei Dank gibt es dann keinen Abzug in der Fahrtbewertung. :gap

Verfasst: 13.03.2003 21:31:02
von Peter Zimmermann
Sorry, wollte editieren und nicht zitieren. Deshalb: Dieser Beitrag wieder raus nehmen. :wand

Verfasst: 13.03.2003 21:58:51
von Miri
Das von Arthur praktizierte festhalten mit der Zusatzbremse ist laut Brevo durchaus zulässig, es ist lediglich nicht erlaubt die Zb für normale Bremsungen zu verwenden, weil sonst der Zug auf die Lok aufläuft und es n ziemlichen Ruck gibt.
Unschön bei P-Zügen, die Beförderungsfälle mögen sowas nämlich überhaupt nicht und noch schlimmer bei G-Zügen, denn da kanns zu Zugtrennungen kommen wenn die Wagen auf die Puffer auflaufen und dann von den Pufferfedern zurückgeschleudert werden.
Einzige Ausnahme: wenn n Güterzug in den Rbf einfährt und zerlegt werden soll isses erlaubt kurz vorm Stillstand die Zb zu benutzen, damit die Wagen auflaufen und so die Kupplungen locker sind und die Rangierer es etwas leichter haben beim Entkuppeln.

Verfasst: 13.03.2003 23:34:34
von Jan Friedrich
Ich kenns so:
Die Zusatzbremse darf im Rangierdienst und zum festhalten von Zügen(Steigungen etc.) benutzt werden. Ich benutz die meist an Bahnsteigen, wenn ich mir unsicher wg. der Neigung bin.

Verfasst: 13.03.2003 23:43:12
von Carsten Hölscher
der Zusi-AP faßt sie nicht an. Habe da bisher kein Problem gesehen.

Carsten

Verfasst: 14.03.2003 07:51:59
von (Ar-) T-Rex
Carsten: das war's, was ich wissen wollte. Ergo ist beim Umschalten auf einen anderen Zug oder auf den Autopiloten darauf zu achten, daß die Zusatzbremse gelöst ist.

Noch was zur Anwendung in der Realität: Es ist (zumindest hier, auf den Austriacischen Rampenstrecken) sehr wohl üblich, erlaubt und auch zweckmäßig, insbesondere bei (kurzen) Reisezügen nach dem Anhalten im Bahnhof die Lok einzubremsen, die Zugbremse hingegen zu lösen, und nach Erteilung des Abfahrtsauftrages quasi gleichzeitig mit dem Aufschalten des Fahrstroms die Lokbremse zu lösen. Das geht nämlich viel schneller, und der Zug kommt sofort zum Losfahren.

Ausprobieren - am besten auf dem Bergabschnitt der beiden (ÖBB und DB)-Klettertouren mit einem aufwärtsfahrenden Bummelzug.

Arthur

Verfasst: 14.03.2003 09:36:14
von Peter Schmidt
Schönen Guten Morgen
Muß auch meinen Kren (Meerrettich) dazu abgeben. Vorerst möchte ich die Feststellungen meines Ö ZPA Präsidenten Arthur vollinhaltlich bestätigen (schleim) und auf ein Ö Spezifikum hinweisen. Ö Loks haben ein sogenanntes Nachbremsventil welches bei einer Druckabsenkung der Hll unter 3,5 bar die Lokzusatzbremse mit betätigt. Dieses Nachbremsventil ist händisch umschaltbar und bewirkt im ausgeschalteten Zustand ein Mitbremsen der Lok auch oberhalb 3,5 bar Druckabsenkung in der Hll. Ist meines Wissens nach zwar nicht erlaubt, wird aber in der Praxis vielleicht das eine oder andere Mal zwecks besserer Bremswirkung doch gemacht. Interessanterweise wird bei der Bremsberechnung sowohl die Lokzusatzbremse als auch eine allfällig vorhandene E-Bremse mit berücksichtigt, obwohl die E-Bremse ausfallen kann und die Zusatzbremse offiziel erst unter 3,5 bar wirkt.
Grüße Peter

Verfasst: 14.03.2003 09:52:31
von David Seemayer
@ Peter

Die Lokbremse darf bei der Bremsberechnung miteinbezogen werden, weil sie bei einer Schnellbremsung (HLL >3,5bar) auch wirkt. Die E-Bremse ist hierzulande ja nicht so schwach wie in anderen Ländern :mua und wird auch ganz anders angesteuert.

David

Verfasst: 14.03.2003 10:08:34
von (Ar-) T-Rex
Hll <3,5 bar!

Verfasst: 14.03.2003 10:32:36
von Peter Schmidt
@ David
Die Sache mit der Bremsberechnung ist mir grunsätzlich klar, habe es deshalb geschrieben weil ich glaube, daß bei der DB unabhängig von der Höhe der Druckabsenkung die Lok immer mitbbremst. Aber das wissen die Deutschen Freunde sicher besser. Zur Miteinbeziehung der E- Bremse in die Bremsberechnung muß man aber schon berücksichtigen, daß bei Wegfall der Fahrdrahtspannung zumindest bis zur Baureihe 1044 die E-Bremse wirkungslos ist und daher die Bremsberechnung in so einem Fall nicht ganz stimmt. Dürfte aber kein großes Problem sein. Ein Freund von mir war vor seiner ÖBB Zeit Tfz. bei der DB und der behauptet,daß zumindest in der Vergangenheit die Deutschen in der "Bremserei" besser waren als wir. Sollte man vielleicht hier nicht sagen. Bei Deutschen Dampfloks waren ja in der Regel auch immer im Gegensatz zu uns die Vor-und Nachlaufachsen gebremst. Aber das ist sicherlich schöner Schnee von gestern.
Grüsse Peter

Verfasst: 14.03.2003 11:27:30
von David Seemayer
@ Peter

Die E-Bremse fällt bei JEDER Lok aus, wenn der HS gefallen ist.
Dass die Luft-Bremse bei der DB anscheinend "besser" ist, ist klar, weil ja die Lok mitbremst.
Ein kurzer E-Bremsenvergleich (im Fahrzeugeditor) zeigt, dass die österreichischen E-Bremsen weit besser sind (Daten der ÖBB-Loks sitmmen sicher).
Übrigens waren die Vor- und Nachlaufachsen der österreichischen Dampfloks sehr wohl gebremst (bis auf ganz wengie Ausnahmen und Loks die vor dem 20. Jhdt. gebaut wurden).

David

Verfasst: 14.03.2003 12:07:05
von Arie van Zon
Das ist nicht ganz richtig: es gibt Loks (z.B. NS 1600 und 1700) mit Notbremsbatterien. Bei einer Schnellbremsung mit HS aus werden die Notbremsbatterien benutzt fuer die Erregung des Fahrmotorfeldes.

/Arie

Verfasst: 14.03.2003 12:23:28
von Peter Schmidt
@ David
Ist zwar nicht unbedingt ein Zusi Thema und wird vermutlich viele gar nicht interessieren aber wenn Du die echten Ö Dampfer meinst (und davon gehe ich aus ) muß ich Dir schon etwas widerssprechen. Mit Ausnahme der BR 78 hatte meines Wissens nach keine bis zuletzt gebaute Lok durchgängig die Vor-und Nachlaufachsen gebremst. Einige Beispiele: BR 92,93,310 weder noch. BR 214/12 Nachlauf einseitig. BR 77 Vorlauf. Ebenso war bei der BR 1018/1118 die vorhandene Bremsanlage für Vor und Nachlauf stillgelegt. Nachdem ich mich in der Blütezeit der angeführten Dampfloks noch nicht mit der Eisenbahn beschäftigen konnte weil ich noch nicht auf der Welt war bin ich natürlich so wie Du auf die einschlägige Literatur angewiesen bzw. an die Erinnerungen von ehemaligen Dampflokführern. Da können sich naturgemäß gewisse Fehler einschleichen bzw. ist es durchaus möglich,daß in der Reichsbahnzeit verschiedene Änderungen vorgenommen wurden. Sollten Deine Quellen etwas anderes besagen, dann nenne sie mir bitte. Man lernt ja nie aus. Ja und noch etwas. Ich glaube bei den niederen 1042 ern war die E-Bremse ursprünglich fahrdrahtunabhängig.
Grüsse nach OÖ
Peter

Verfasst: 14.03.2003 12:28:31
von Peter Schmidt
@ Hallo Arie !
Unser Schriftverkehr bezieht sich auf Österreichische Loks.
Gruß nach NL
Peter

Verfasst: 14.03.2003 12:42:45
von Peter Schmidt
@ Andi
Ups, Ich glaub wir sind da in der falschen Abteilung (Bugs) und sollten uns schleunigst verziehen bevor wir eine auf den Deckel bekommen .

Verfasst: 14.03.2003 13:53:19
von Michael_Poschmann
David S hat geschrieben:@ Peter
Die E-Bremse fällt bei JEDER Lok aus, wenn der HS gefallen ist.
David
Nun ja, ganz so unrecht hat Arie nicht ,wenn man die 103 als österreichische Lok einsortieren mag... :hat2

Auch da ist's durch geschickte Schaltung der Fahrmotoren meines Wissens möglich, nach einem entsprechenden "Anstupsen" der Spannungsgenerierung netzunabhängig elektrisch zu bremsen.
Nähere technische Einzelheiten vermutlich in einem der zahlreichen Nachruf-Baueihenbücher.

Michael

Verfasst: 14.03.2003 17:45:32
von Carsten Hölscher
Thema/Problem ist wohl geklärt und wird daher geschlossen...

Carsten