Museumsführerstand ET 420, Stand 1972

Da immer mehr Zusi User von einem 1:1 Führerstand mit träumen, soll es zumindest an Datenaustausch nicht hapern.
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BorisM
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Museumsführerstand ET 420, Stand 1972

#1 Beitrag von BorisM »

Hallo,

wir möchten Euch hier unsere Arbeiten an einem Fahrpultprojekt der etwas anderen Art vorstellen. In der nächsten Zeit möchten wir in loser Folge von unseren Arbeiten, aber auch über die Technik berichten.

Was bedeutet "andere Art"? Wir sind keine Privatpersonen, sondern in einem Verein aktiv, der sich mit historischer Eisenbahntechnik beschäftigt. Daher liegt unser Fokus nicht darauf ein Fahrpult zum Fahren mit Zusi zu bauen, sondern historisch interessante Technik erlebbar zu machen.

Aber hier erstmal ein Bild von einer unserer ersten Probefahrten vom letzten Wochenende:

Bild

Der Zugriff auf historische Technik ist dabei Fluch und Segen zugleich - es ist eine tolle Sache mit originaler und zum Teil auch seltener Technik arbeiten zu können, auf der anderen Seite ist es uns aber auch wichtig keine irreversiblen Eingriffe in die eigentliche Technik vorzunehmen.

Manometer auf Schrittmotoren umbauen? Kommt nicht in Frage! Daher sieht die Planung vor die Druckluftanlage wie es sich gehört mit Druckluft zu betreiben. Was das konkret bedeutet ist noch offen, insbesondere sind wir dann möglicherweise eine überwachungsbedürftige Anlage mit Überwachung durch den TÜV, was natürlich Aufwand und Kosten bedeutet.

Den ganzen Aufwand treiben wir jetzt aber nicht nur aus reinem Eigennutz, sondern wir wollen den Führerstand auch in Zukunft Interessierten zugänglich machen. In welcher Form - das muss noch geklärt werden, aber zumindest nach Absprache wird es sicherlich auch für Außenstehende Möglichkeiten geben das Fahrpult mal zu nutzen.

machina-vectoria
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Re: Museumsführerstand ET 420, Stand 1972

#2 Beitrag von machina-vectoria »

Hallo Boris,

die Ansteuerung der Manometer und das Einlesen des A-Drucks des Führerbremsventils funktionieren jetzt an meinem Führertisch. Bei nächster Gelegenheit wollte ich auch mal etwas dazu schreiben und ein paar Fotos veröffentlichen. Billig war es auf jeden Fall schon mal nicht.

Ich bin gespannt auf Euer Projekt. Mich würde dabei besonders die LZB100 interessieren.

Viele Grüße
Wolfgang

BorisM
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Re: Museumsführerstand ET 420, Stand 1972

#3 Beitrag von BorisM »

Hallo Wolfgang,

das Bild sollte jetzt gehen, ich hatte versehentlich http:// angegeben, was Chrome nicht mag.

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SirJannikSon
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Museumsführerstand ET 420 - Erste Arbeiten

#4 Beitrag von SirJannikSon »

Ich bin auch mit an Board.

Anfangs ging es erst mal mit Verstehen und finden der ganzen Bauteile in unserem doch vielleicht überfüllten Vereinskeller los.
So richtig angefangen haben wir dann im Januar dieses Jahr.
Erster Schritt:
Ganz simpel, man nehme den oberen Teil des Pults, packe ihn auf einen Biertisch und versuche sich an den ersten Teilen und siehe da, die Instrumentenbeleuchtung leuchtet schon mal.
Bild

Ab da ging es richtig los, von den ersten Erfolgen gepackt wurde rumprobiert ...
Aber all das nützt nichts ohne richtige Basis, also Untergestell bauen, damit man keine Angst haben muss, dass das Ganze höchst wertvolle Pult auf einmal am Boden liegt.

Doch wie bekommt man ohne Auto das Holz spontan vom Baumarkt, bis zum Fahrpult?
Gottseidank haben wir nicht nur ein historisch wertvolles Fahrpult, sondern auch einen Kofferkuli.
Bild

Professionell gesichert mit Bauhaus Schluss ging es kurz vor Ladenschluss durch die Dunkelheit...
Mithilfe einer Skizze wurde dann eine irgendwie sehr massive Unterkonstruktion daraus..
Bild Bild Bild

Danach ging es ans (teils ätzende) Leitungen ziehen:
  • 2 17-polige Stecker
  • 15 Leuchtmelder
  • und die Hintergrundbeleuchtung
wollten angeschlossen werden ...

Fortsetzung folgt....
Wir halten euch auf dem Laufenden - auch bezüglich LZB 100 ;)

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Re: Museumsführerstand ET 420, Stand 1972

#5 Beitrag von SirJannikSon »

Weiter gehts...

Auf den 17-Poligen Stecker kommen natürlich auch die Kabelmarken wieder drauf: (allerdings nur zu rein optischen Zweck)
Bild

Doch bevor es wirklich ans Leitungen ziehen und Schalter anschließen ging ...
Mussten erst mal die über Jahre im Keller vor sich hin vegetierenden Schalter von Schmutz und Co. befreit werden.
Dazu haben wir uns ein Ultraschallbad gekauft, nachdem das hier ja schon einige User gemacht haben.
Also alle Schalter einmal zerlegen, reinigen, trocknen und wieder zusammenfummeln - da kommt man sich vor wie am Fließband. :P -
Bild Bild

Der Tasterblock für PZB, sowie Stromanbehmer und Hauptschalter wurden im Anschluss direkt mal verkabelt und schön ordentlich hindrappiert...
Bild

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Michael Springer
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Re: Museumsführerstand ET 420, Stand 1972

#6 Beitrag von Michael Springer »

Ich überlege gerade, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass ich diesen Fahr-/Bremsschalter schonmal in der Hand hatte... Ich würde mal um die 30% schätzen (wenn man von 480 gebauten Fahrzeugen ausgeht).

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Carsten Hölscher
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Re: Museumsführerstand ET 420, Stand 1972

#7 Beitrag von Carsten Hölscher »

Es reicht eigentlich, die Dinger als Ganzes ins Bad zu werfen, das ist ja gerade der Vorteil vom Ultraschall.

Carsten

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SirJannikSon
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Re: Museumsführerstand ET 420, Stand 1972

#8 Beitrag von SirJannikSon »

Die Wahrscheinlichkeit den in der Hand gehabt zu haben ist nicht so unwahrscheinlich, zumal es ja mit Nachführgerät weniger als 480 gab ;)
Carsten Hölscher hat geschrieben: 18.05.2022 18:34:30 Es reicht eigentlich, die Dinger als Ganzes ins Bad zu werfen, das ist ja gerade der Vorteil vom Ultraschall.
Danke für den Tipp ^^ Wenn wir noch mehr finden, machen wir das
Wir waren uns nicht ganz sicher, ob das ganze zuverlässig trocknet und wollten auf Nummer sicher gehen.
Naja so haben wir jetzt zumindest den Aufbau sehr genau studiert

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Michael Springer
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Re: Museumsführerstand ET 420, Stand 1972

#9 Beitrag von Michael Springer »

Die Wahrscheinlichkeit den in der Hand gehabt zu haben ist nicht so unwahrscheinlich, zumal es ja mit Nachführgerät weniger als 480 gab ;)
Die Wahrscheinlichkeit steigt extrem, wenn es ein Münchner Fahrzeug war. Ich behaupte mal alle Fahrschalter der 1. + 2. BS sowie eine Handvoll 7./8. (in etwa 001-132 und 425 426 427 / 466 467 468) in der Hand gehabt zu haben 8) Das ist aber sehr lange lange her...

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