ich möchte euch heute einen kleinen Einblick in „Die echte Bahn“ geben. Genauer gesagt in die Ausbildung zum Tf bei DB Regio am Standort Frankfurt. Seit einiger Zeit kommt bei uns eine Ks Signalanlage zum Einsatz. Die Anlage hat ein Kollege von mir hardwareseitig gebaut, die Programmierung stammt von mir.
Das Grundprinzip dabei lautet, dass die Signale immer von links nach rechts befahren werden. Damit ist eine klare Vorsignalisierungsrichtung gegeben.

Worum geht es da eigentlich?
Das System kann für ganz unterschiedliche Dinge genutzt werden. Ganz am Anfang lassen sich damit Signale abfragen und spielerisch erlernen. Im weiteren Verlauf der Ausbildung kann damit das Ks System kennengelernt werden. Da Ks Signale die Philosophie verfolgen, nur das anzuzeigen, was gezeigt werden muss, und sich dabei nicht mehr (wie HV) in Vor- und Hauptsignalschirm aufteilen, gibt es hier immer mal wieder Verständnisprobleme. Beim Thema anschließender Weichenbereich können verschiedenste Fahrtverläufe durchgesprochen werden und zu guter Letzt kann das System auch „zum Spielen“ benutzt werden. Die Teilnehmer können also einfach einmal ausprobieren und schauen, wie sich die Signale in verschiedenen Fällen verhalten.

Warum als Hardware und nicht einfach als Software?
Die Idee dahinter ist, dass ein aktiver Medien- und Ortswechsel stattfindet. Außerdem gibt es etwas „zum Anfassen“. Das fördert oft auch noch einmal das Verständnis.

Was kann simuliert werden?
Wir können (fast) alle Signalbegriffe aus dem Ks System anzeigen. Sowohl im Regel-, als auch im Störungsbetrieb. Die Signale sind dabei komplett flexibel. Für jedes Signal kann festgelegt werden, ob es Hauptsignal (mit oder ohne Vorsignalfunktion), ein reines Vorsignal, oder ein Wiederholer sein soll. Sogar Signalstörungen oder erloschene Signale (Stichwort Verhalten am Mastschild) können simuliert werden. Die Signale passen sich automatisch auf die jeweiligen Eingaben an, sodass immer eine korrekte Darstellung angezeigt wird. Bei ungültigen Eingaben erfolgt automatisch ein korrigierender Eingriff. Beispiel: Das erste Signal soll ein reines Vorsignal sein, dass zweite ebenso. In diesem Fall wird automatisch umgestellt, sodass das zweite Signal zum Wiederholer wird.
Auch Ks typische Dinge wie „hochsignalisieren“, dass also ein Zs 3 immer weiter aufgewertet wird, bis es komplett erlischt und nur noch ein Ks 1 gezeigt wird, sind möglich.
Jedes Signal kann grundsätzlich alles anzeigen. Dadurch entstehen viele verschiedene Anwendungsfälle.

Wie funktioniert das technisch?
Im Steuerpult sind vier Arduinos verbaut. Jedes Signal hat also sein eigenes Gehirn und führt seine eigenen Berechnungen durch. Die Arduinos sind über eine eigens programmierte Schnittstelle miteinander verbunden und kommunizieren so ständig miteinander.
Sie können sich auch gegenseitig blockieren. Wenn also das dritte Signal als erloschen dargestellt wird, ist nicht möglich, am zweiten Signal einen regulären Fahrtbegriff einzustellen. Diese Feinheiten waren uns ganz wichtig, sodass hier keine unrealistischen Szenarien entstehen können.

Die Signalanlage ist bei uns kein verpflichtender Bestandteil in der Ausbildung, sondern ist eine Art Zusatzangebot. Unsere Trainer können bei Bedarf darauf zurückgreifen und sie in ihren Unterricht integrieren.
Und wenn die Signale und der anschließende Weichenbereich dann sitzen, geht es auf dem Zusi Professional Simulator weiter
Zum Schluss noch eine kleine Mitmach-Aktion. Wer als Erstes errät, was diese farbigen Kästen unten an den Signalen darstellen, gewinnt einen imaginären Blumentopf.
Viele Grüße
Lukas