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 Betreff des Beitrags: Fragen zur Traktion Nr. 3: Dampf
BeitragVerfasst: 22.02.2020 20:59:47 
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Alter: 29
Registriert: 05.01.2018
Beiträge: 133
Moin zusammen ! :)

Ich habe mal eine Frage zu Dampflokomotiven:

1.) Wann wurde eigentlich der Betrieb von Dampflokomotiven im Regeldienst eingestellt ? Mein Wissensstand ist: BRD 1977 & DDR 1978.

2. a) Was musste man zur Dampflokzeit für Wissen haben bzw. in der Ausbildung alles lernen um Heizer werden zu können ?

2. b) Was waren neben dem Anheizen und Befeuern der Lokomotive seine Aufgaben ? ( Mit Anheizen meine ich das "Anlassen" des Feuers zu frühen Stunde & mit befeuern das Kohle schippen während der Fahrt)

3.) Wie hat das früher mit der Doppeltraktion funktioniert ? Darf ich annehmen, das es dafür festgelegte Pfeifsignale gab ?

4.) Darf ich davon ausgehen, das das Bunkern von Kohle & Wasser am Heimatbahnhof stattgefunden hat und so zu bemessen war, das man am Ende wieder am Heimatbahnhof ankommt ?

5.) Wie viele Stunden hat man eigentlich zum "Hochfahren" der Lokomotive gebraucht, d.h. Anfeuern, Überprüfen der Maschine & Erzeugen der nötigen Betriebsdrücke ?

6.) Welche Aufgaben waren Nachgang an der Lokomotive zu erledigen ?

7.) Welche besonderen Gefahren gab es ? (Ich habe z.B gehört, dass es hin und wieder mal passiert sein soll, das Reihenweise Kessel explodiert sind. Sei es, weil zu wenig Wasser im Tank war, oder aber, weil zu viel Druck gefahren wurde.)

8.) Wie viele Bahnbetriebswerke gab es, die Wartungen an Dampflokomotiven ausführen durften ?

9.) Kann man grob sagen, wie viele m³ Wasser & Tonnen an Kohle pro Fahrt verbraucht wurden ?

Wenn sich noch fragen ergeben sollten, frage ich dann im Thread nochmals nach. :)

_________________
Tommy


Zuletzt geändert von Tommy0815 am 22.02.2020 21:07:04, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Fragen zur Traktion Nr. 3: Dampf
BeitragVerfasst: 22.02.2020 21:25:56 
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Registriert: 04.05.2008
Beiträge: 1321
Zitat:
ich habe mal eine Frage zu Dampflokomotiven:

Eine? 10!

Zitat:
1.) Wann wurde eigentlich der Betrieb von Dampflokomotiven im Regeldienst eingestellt ? Mein Wissensstand ist: BRD 1977 & DDR 1978.

DR deutlich später: 1988 laut Wikipedia

Zitat:
7.) Welche besonderen Gefahren gab es ? (Ich habe z.B gehört, dass es hin und wieder mal passiert sein soll, das Reihenweise Kessel explodiert sind. Sei es, weil zu wenig Wasser im Tank war, oder aber, weil zu viel Druck gefahren wurde.)

Reihenweise eher nicht. Aber schon hin und wieder.

Zitat:
8.) Wie viele Bahnbetriebswerke gab es, die Wartungen an Dampflokomotiven ausführen durften ?

(Fast) Alle, denke ich. Woran auch sonst sollen sie Wartungen ausführen zu einer Zeit, wo es nur Dampflokomotiven gab (ok, ein paar Ausnahmen vlt. bei S-Bahn in z.B. Berlin). Und das waren ziemlich viele BWs, da die Loks ja doch recht wartungsintensiv waren und außerdem ja auch oft mit Wasser versorgt werden mussten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Fragen zur Traktion Nr. 3: Dampf
BeitragVerfasst: 22.02.2020 21:32:50 
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Tommy0815 hat geschrieben:
2. b) Was waren neben dem Anheizen und Befeuern der Lokomotive seine Aufgaben ? ( Mit Anheizen meine ich das "Anlassen" des Feuers zu frühen Stunde & mit befeuern das Kohle schippen während der Fahrt)


Du hast noch das Nachspeisen des Kessels vergessen. Soweit möglich auch Streckenbeobachtung. Und den Zug anhalten, wenn der Lokführer dienstunfähig wird :P Wenn eine kalte Lok angeheizt wird auch noch: Prüfen der Wasserstände, des Lokzubehörs und der Feuerbüchse (es macht keinen Sinn die Lok anzuheizen, wenn Wasser aus dem Kessel ins Feuer sifft), abschmieren der Lok, und dann natürlich das Anheizen.

Tommy0815 hat geschrieben:
5.) Wie viele Stunden hat man eigentlich zum "Hochfahren" der Lokomotive gebraucht, d.h. Anfeuern, Überprüfen der Maschine & Erzeugen der nötigen Betriebsdrücke ?


Kommt auf die Größe der Lokomotive an. Bei einer kleinen T3 sind vier Stunden das absolute Minimum. Besser ist aber, wenn man sich mehr Zeit nimmt. Loks mit größerem Kessel brauchen länger.

Tommy0815 hat geschrieben:
6.) Welche Aufgaben waren Nachgang an der Lokomotive zu erledigen ?


Ausschlacken, Vorräte wieder auffüllen (Kohle, Wasser, Öl). Und Führerstand sauber machen ;)

Tommy0815 hat geschrieben:
7.) Welche besonderen Gefahren gab es ?


Mir ist mal ein Wasserstandsglas geplatzt, als ich daneben stand. Das ist kein Spaß, wenn man dadurch heiße Plörre abbekommen sollte. Außerdem muss man dann ziemlich zügig den Hahn zudrehen, sonst ist danach der ganze Führerstand in kurzer Zeit völlig unter Dampf.

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Zuletzt geändert von Alwin Meschede am 22.02.2020 21:35:15, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Fragen zur Traktion Nr. 3: Dampf
BeitragVerfasst: 23.02.2020 00:22:04 
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Beiträge: 5812
Tommy0815 hat geschrieben:
Moin zusammen ! :)

3.) Wie hat das früher mit der Doppeltraktion funktioniert ? Darf ich annehmen, das es dafür festgelegte Pfeifsignale gab ?



Im Deutschsprachigen Raum gibt es keine Doppeltraktion von Dampfloks. Doppeltraktion impliziert nur ein Aktiven Führerstand mit Personal
Sind 2 Lokführer Drauf ist es Vorspann. Es soll in den USA Versuche mit Dampfloks und Doppeltraktion gegeben haben.
Besondere Signale gab es nicht, nur bei Nachschubbetrieb was Vorspann nicht ist, allerdings oblag es dem Lokführer der Führenden Lok die Bremse zu Bedienen.
Der Lokführer der Hinteren Lok musste aber die Strecke mit Beobachten soweit möglich um vor dem Bremseinsatz die Regler zu schließen.

Zitat:
4.) Darf ich davon ausgehen, das das Bunkern von Kohle & Wasser am Heimatbahnhof stattgefunden hat und so zu bemessen war, das man am Ende wieder am Heimatbahnhof ankommt ?


Nur in den Frühen Eisenbahnzeiten wo die Loks nicht durchliefen und Feste Besatzungen hatten. Und auch da nicht immer. Bei der Nachkriegs-DB wurde am Ziel nachgefüllt und Zurück gefahren. Der kritische Wert war das Wasser, mit Wasserkränen an den Bahnsteigen gab es durchaus 800Km Durchläufe mit 2~3 Besatzungen bei der BR01 mit Langlauftender etc. Als nächstes war dann die Verschlackung der Feuerung bei Kohle und der Ruß in der Rauchkammer. Allgemein hat man nach dem Krieg versucht einen Lokwechsel aufgrund der Notwendigen Zeit zu vermeiden wenn es möglich war. Die Dichte von Dampflok-Versorgungspunken war damals Deutlich höher als bei E oder Dieselloks, gefühlt Faktor 10.

Zitat:
9.) Kann man grob sagen, wie viele m³ Wasser & Tonnen an Kohle pro Fahrt verbraucht wurden ?


Es gab Verbrauchstabellen die Abhängig von Zuglast, Geschwindigkeit und Streckenprofil eine Planungsgröße lieferten. Das konnte aber durchaus kräftig Abweichen.
Daher ist keine Aussage möglich zumal die Wirkungsgrade von Dampfloks durchaus Unterschiedlich waren.

Gruß

Ralf


Zuletzt geändert von F(R)S-Bauer am 23.02.2020 00:35:24, insgesamt 8-mal geändert.

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