Lust bei Herr/ Frau Pirch zu arbeiten?

Fragen der echten Bahntechnik, Lokbedienung, PZB usw.
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tahar
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Lust bei Herr/ Frau Pirch zu arbeiten?

#1 Beitrag von tahar »

Wenn ich es mir leisten könnte, würde ich ja den TF kKlasse 3 machen, um bei Pirch die 194 zu fahren...
Aber wär das nix für einen der "echten" Zusi Lokführer?
ICH würd dann als Brotschmierer dabei sein.
http://www.rail4u.eu/stellenangebot.html" target="_blank

Tilman Schenk
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Re: Lust bei Herr/ Frau Pirch zu arbeiten?

#2 Beitrag von Tilman Schenk »

Na toll. Ich darf mal übersetzen?
"Absolut erwartet wird eine hohe örtliche und zeitliche Flexiblität" = rund um die Uhr verfügbar sein um an die entlegensten Orte der Republik geschickt zu werden ("Tut mir leid, Schatz, der lang geplante Wochenendtrip fällt aus, ich muss in 20 Minuten ne 194 nach Rostock fahren").
"die Bereitschaft, sich an kleineren Wartungstätigkeiten zu beteiligen" = Wenn dir früh um 2 der Haufen an der Ostsee dann zusammenbricht, reparier ihn gefälligst selber.

Ach, immerhin wird man pünktlich bezahlt...

:wand
Zuletzt geändert von Tilman Schenk am 04.05.2012 16:20:14, insgesamt 1-mal geändert.

tahar
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Re: Lust bei Herr/ Frau Pirch zu arbeiten?

#3 Beitrag von tahar »

Lach...ja - das Leben und Arbeiten mit Oldtimern beinhaltet natürlich etwas Selbstaufgabe- und arbeiten unter Originalbedingungen.
Die heutige Zeit mit um "17 Uhr den PC runterzufahren", und den Arbeitsplatz dreckig zu hinterlassen entspricht und entsprach wohl nicht den alten DBB Zeiten.
Das ist sicher der Grund, warum ältere Mitarbeiter gesucht werden, mir Ihrer "heute altertümlichen" Arbeitsmoral.

Alwin Meschede
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Re: Lust bei Herr/ Frau Pirch zu arbeiten?

#4 Beitrag von Alwin Meschede »

tahar hat geschrieben:Wenn ich es mir leisten könnte, würde ich ja den TF kKlasse 3 machen, um bei Pirch die 194 zu fahren...
Bringt nix. Sie würde dich als blutjungen Tf nicht an ihre 194 dran lassen. Erfahrener E-Lokführer ist in der Stellenanzeige ein absolutes Schlüsselwort. Gesucht sind Leute, die am besten noch von der Bundesbahn nach alter Väter Sitte ausgebildet wurden, also mindestens eine E 40 aus dem Kopf zerlegen und wieder zusammensetzen können.
Tilman Schenk hat geschrieben:"Absolut erwartet wird eine hohe örtliche und zeitliche Flexiblität" = rund um die Uhr verfügbar sein um an die entlegensten Orte der Republik geschickt zu werden ("Tut mir leid, Schatz, der lang geplante Wochenendtrip fällt aus, ich muss in 20 Minuten ne 194 nach Rostock fahren").
Naja, es gibt durchaus Lokführer, die dieses Nomadenleben quer durch Deutschland reizvoll finden. Das schöne am derzeitigen Arbeitsmarkt ist doch, dass so für jeden was dabei ist. Wer abends dort Feierabend machen will, wo er morgens die Arbeit aufgenommen hat, heuert eben nicht bei Pirch an, sondern meinethalben bei DB Regio.
Tilman Schenk hat geschrieben:"die Bereitschaft, sich an kleineren Wartungstätigkeiten zu beteiligen" = Wenn dir früh um 2 der Haufen an der Ostsee dann zusammenbricht, reparier ihn gefälligst selber.
Wenn einem der Dienstschluss wirklich wichtig ist, wird man sogar ein gewisses Eigeninteresse daran unterstellen können, dass die Karre wieder fährt. Bei vielen privaten EVU ist es so, dass eine mobile Werkstatt anrückt, wenn die Kiste in der Pampa verreckt. Bis dieser Bulli am anderen Ende Deutschlands angekommen ist, dauert halt nur etwas. Eine E 94 erfordert eben auch mehr "kleinere Wartungstätigkeiten" als die heutige Generation an Lokomotiven, die viel mehr wartungsfreie oder zumindest wartungsarme Teile haben.

BorisM
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Re: Lust bei Herr/ Frau Pirch zu arbeiten?

#5 Beitrag von BorisM »

Tilman Schenk hat geschrieben:Na toll. Ich darf mal übersetzen?
"Absolut erwartet wird eine hohe örtliche und zeitliche Flexiblität" = rund um die Uhr verfügbar sein um an die entlegensten Orte der Republik geschickt zu werden ("Tut mir leid, Schatz, der lang geplante Wochenendtrip fällt aus, ich muss in 20 Minuten ne 194 nach Rostock fahren").
"die Bereitschaft, sich an kleineren Wartungstätigkeiten zu beteiligen" = Wenn dir früh um 2 der Haufen an der Ostsee dann zusammenbricht, reparier ihn gefälligst selber.
Das ist halt ein Job für Lokführer die für ihren Beruf genauso leben wie die Frau Pirch - und davon gibt es doch einige. Das ist So einen Job nimmt man nur aus Überzeugung an, und wenn man unbedingt auf einer Maschine wie der E94 arbeiten will.

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Hubert
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Re: Lust bei Herr/ Frau Pirch zu arbeiten?

#6 Beitrag von Hubert »

Tja, leider bin ich inzwischen auch für diesen Job zu alt.
Auch wenn ich die 94-er recht gut kennen würde.
Gruss
Hubert
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tahar
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Re: Lust bei Herr/ Frau Pirch zu arbeiten?

#7 Beitrag von tahar »

Hubert hat geschrieben:Tja, leider bin ich inzwischen auch für diesen Job zu alt.
Auch wenn ich die 94-er recht gut kennen würde.
Gruss
Hubert
Zu alt? Meinst du jetzt wegen Lokführerschein ?? Gibt es da ein Höchstalter?
Ich bin mir sicher, da liesse sich was regeln.
Versuchs doch- !!

tahar
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Re: Lust bei Herr/ Frau Pirch zu arbeiten?

#8 Beitrag von tahar »

Alwin Meschede hat geschrieben:
tahar hat geschrieben:Wenn ich es mir leisten könnte, würde ich ja den TF kKlasse 3 machen, um bei Pirch die 194 zu fahren...
Bringt nix. Sie würde dich als blutjungen Tf nicht an ihre 194 dran lassen. Erfahrener E-Lokführer ist in der Stellenanzeige ein absolutes Schlüsselwort. Gesucht sind Leute, die am besten noch von der Bundesbahn nach alter Väter Sitte ausgebildet wurden, also mindestens eine E 40 aus dem Kopf zerlegen und wieder zusammensetzen können.
DAS war mir klar- Aber IRGENDWO muss man ja anfangen, sonst gibts in 10 Jahren keinen mehr, der das Ding fahren kann.
Ich bin mir sicher, ein interessierter TF würde von Pirch den "letzten Schliff" kriegen. näääch??!!
(Nein- wie gesagt- vor mir müsst ihr keine Angst haben...keine 5000 Euro)

Zwar nicht ganz so heftig- aber Oldtimer LKW und Busse sowie Autos und Motorräder kann ja heute auch fast keiner mehr richtig fahren.
Mir ist es oft ein Graus, die reichen Muttersöhnchen dabei zu beobachten, wie sie teuer gekauftes Kulturgut vernichten... :mua .
Zuletzt geändert von tahar am 05.05.2012 10:55:31, insgesamt 2-mal geändert.

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Hubert
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Re: Lust bei Herr/ Frau Pirch zu arbeiten?

#9 Beitrag von Hubert »

tahar hat geschrieben:
Hubert hat geschrieben:Tja, leider bin ich inzwischen auch für diesen Job zu alt.
Auch wenn ich die 94-er recht gut kennen würde.
Gruss
Hubert
Zu alt? Meinst du jetzt wegen Lokführerschein ?? Gibt es da ein Höchstalter?
Ich bin mir sicher, da liesse sich was regeln.
Versuchs doch- !!
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Gruss
Hubi
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Alwin Meschede
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Re: Lust bei Herr/ Frau Pirch zu arbeiten?

#10 Beitrag von Alwin Meschede »

tahar hat geschrieben:DAS war mir klar- Aber IRGENDWO muss man ja anfangen, sonst gibts in 10 Jahren keinen mehr, der das Ding fahren kann.
Zustimmung. Das ist ein großes Problem beim Umgang mit historischem Fahrzeugmaterial. Ich bin ja selber ein Vertreter des Nachwuchses in einem Museumsbahnverein. Von daher glaube ich, dass das Fernhalten junger Leute mit der Begründung "ihr könnt damit nicht richtig umgehen und macht deshalb das wertvolle Fahrzeug kaputt" am Ende oft zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung werden wird. Denn wenn der Nachwuchs dann doch eines Tages das Ruder übernehmen muss, sind die Schäden nachher aufgrund der jahrelang versäumten Ausbildung an der historischen Technik umso größer.

Im Falle von Frau Pirch ist es allerdings so, dass sie die Musik bezahlt und deshalb auch bestimmt, was gespielt wird. Da Rail4u schon länger mit dieser Stellenanzeige Personal sucht, scheinen die den Anforderungen entsprechenden Leute aber recht selten zu sein.

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Patrick Seidler
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Re: Lust bei Herr/ Frau Pirch zu arbeiten?

#11 Beitrag von Patrick Seidler »

tahar hat geschrieben:Zwar nicht ganz so heftig- aber Oldtimer LKW und Busse sowie Autos und Motorräder kann ja heute auch fast keiner mehr richtig fahren.
Hehe, das paßt auf meine gerade gemachte Erfahrung mit dem folgenden Gespann:

Bild
(Mercedes Rundhauber Bj. 1967)

Vergleicht man diesen Hauber - oder schlimmer: den Unimog daneben - mit den heutigen Elektronengurken, so fällt mir im Vergleich auf, daß man mit einem Oldtimer wesentlich näher und auch direkter am Geschehen ist - also Fahrzeug und Straße.

Mal abgesehen davon, daß ich mit einem Oldtimer per se schon viel ehrfürchtiger umgehen würde, als mit dem heutigen Plastikzeug, habe ich zumindest für mich festgestellt, daß es viel Achtsamkeit und Fingerspitzengefühl im Umgang mit so einem Oldie braucht. Dinge, über die ich mir im Alltag mit heutigen Fahrzeugen überhaupt keine Gedanken mehr mache, weil Fahrerhausfederung, Luftfedersitz und Schalldämmung das Gefühl zur Fahrbahn oder der eigenen Fahrweise fast nahezu vollständig eliminieren. Nicht umsonst geht einem heute vielfach das Gefühl für die Geschwindigkeit verloren, weil man von allen äußeren Einflüssen fern gehalten wird. Bei einer automatisierten Schaltung habe ich nicht mal mehr direkten Einfluß auf die Gangwahl; geschweige denn die Schaltgeschwindigkeit. Beim Unimog im obigen Bild habe ich dagegen zwischen den Sitzen einen ganzen Wald voller Hebel; ein falscher Griff führt zu unverzeihlichen Schäden.

Bei Autos würde ich dagegen keine allzu großen Unterschiede ausmachen, was die Fahrweise betrifft, wohl aber die Bedienung. Vergleiche ich einen "Strichachter" oder eine "Heckflosse" mit der heute aktuellen E-Klasse, hätte ich eher Schwierigkeiten mit letzterer. Allein schon die Bedienung des "Comand-Systems" treibt mich - der nie irgendwelche Anleitungen liest - in den Wahnsinn. Dann ein Lenkrad, das mehr in eine Playstation als in einen Benz gehört. Die Lenkräder mit denen ich groß geworden bin, hatten höchstens einen Chrom-Hupring. Das Becker Europa, das lediglich nur Radio wiedergeben konnte, hatte zwei chromige Drehschalter, drei Tasten - und das wars!

Allerdings: täglich acht Stunden in so einem Hauber beruflich verbringen zu müssen, würde mir sehr viel Enthausiasmus abverlangen. Etwas Komfort und einfache Bedienung darf ruhig schon sein. Da lobe ich mir die Fahrzeuge der 80er/90er-Jahre: komfortabel genug, aber auch technisch einfach gehalten. Hier ist es mir auch heute noch eine Freude damit zu fahren - gern auch längere Strecken.

Mein Fazit: alte, bodenständige Technik bedient man größtenteils intuitiv und dadurch sicherer, weil man nicht vom Fahren abgelenkt wird. Viel wichtiger: ich behalte den Einfluß über die Abläufe und unterwerfe mich nicht einer Elektronik, die viel häufiger ihr Eigenleben führt und bei heutigen Fahrzeugen Störungsursache Nr. 1 ist. So viel zum technischen Aspekt.

just my two senf :bpl

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Zuletzt geändert von Patrick Seidler am 06.05.2012 18:21:43, insgesamt 1-mal geändert.
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Kilian
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Re: Lust bei Herr/ Frau Pirch zu arbeiten?

#12 Beitrag von Kilian »

Alwin Meschede hat geschrieben: Im Falle von Frau Pirch ist es allerdings so, dass sie die Musik bezahlt und deshalb auch bestimmt, was gespielt wird. Da Rail4u schon länger mit dieser Stellenanzeige Personal sucht, scheinen die den Anforderungen entsprechenden Leute aber recht selten zu sein.
Abgesehen von den üblichen Arbeitsbedingungen bei solchen kleinen EVU (Flexibilität... ) wird es wirklich kaum jemanden geben der permanent mit so einer Lok unterwegs sein will.
Wenn "Modern" und "Alt" gemischt wären sähe das sicher anders aus.
Es ist was anderes ab und zu so eine Lok zu führen (Da wäre sicher jeder "alte Hase" erfreut drüber) oder tagtäglich quer durch Deutschland damit unterwegs zu sein und fast darauf zu "leben". Da sollte man vielleicht nicht zuuuu wählerisch sein - die Maschinen sind ja sehr robust und haben viele Generationen Lokführer "überlebt" ...
mfg Kilian :confused:

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Hubert
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Re: Lust bei Herr/ Frau Pirch zu arbeiten?

#13 Beitrag von Hubert »

Wobei ich auch schon einen Lotsen (Streckenkunde) erlebt habe der als erstes fragte, nachdem er unsere 1020 bestiegen hat, wo denn die Sitzgelegenheit sei.
Nachdem wir ihm erstens erklärten, dass dass diese Lok im Stehen bedient wird (unsere Hocker hatten wir im Maschinenraum versteckt ;D ) und wir eigentlich zweitens seine Dienste nicht brauchen da Streckenkunde vorhanden war, hat er sich schnellstens in den Sonntag verabschiedet mit der Bemerkung: "Stehend bedienen und ohne Klimaanlage!"
Ob er die Arbeitszeit trotzdem aufgeschrieben hat haben wir ja nicht nachgeprüft.

Gruss
Hubert

NB: Wir haben aber auch schon Lotsen erlebt die mit weissem Hemd und null Ahnung von dieser Traktionsart auf einer Damfplok Lotsendienste leisten mussten.
Zuletzt geändert von Hubert am 06.05.2012 15:54:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Andreas Hänsch
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Re: Lust bei Herr/ Frau Pirch zu arbeiten?

#14 Beitrag von Andreas Hänsch »

Mein Fazit: alte, bodenständige Technik bedient man größtenteils intuitiv und dadurch sicherer, weil man nicht vom Fahren abgelenkt wird. Viel wichtiger: ich behalte den Einfluß über die Abläufe und unterwerfe mich nicht einer Elektronik, die viel häufiger ihr Eigenleben führt und bei heutigen Fahrzeugen Störungsursache Nr. 1 ist. So viel zum technischen Aspekt.
Dem muss ich voll und ganz zustimmen. Mit der Arbeit im Tranportsektor habe ich auch nur aufgehört, weil mir der moderne Müll nicht passte. Wenn die E94 ein F90 mit einem englischen Getriebe wäre, könnte ich mir schon vorstellen als Aushilfe auf solche alten Fahrzeugen zu fahren. Aushilfe aber nur, weil ich inzwischen andere Priroritäten und alles umgestellt habe.

Andreas

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Patrick Seidler
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Re: Lust bei Herr/ Frau Pirch zu arbeiten?

#15 Beitrag von Patrick Seidler »

Andreas, da geht es Dir wie mir :D Ich bin mittlerweile auch nur noch "Aushilfskutscher" vorwiegend aber im Bus und auch nur "just for fun".

Hauptberuflich habe ich auch gar nichts mehr mit dem rollenden Gewerbe zu tun. Dann geschieht das ganze auch aus einem ganz anderen Hintergrund - nämlich aus Hobby, Spaß an der Sache und ohne die Verpflichtung, dies nach all frühmorgendlichem, fiesen Weckerklingeln acht Stunden täglich bis zur Rente durchhalten zu müssen. So viel Rundhauber (oder analog E 94) tagtäglich möchte ich dann nämlich auch nicht haben. Mal abgesehen davon, daß allein für Luftpumpen und Beschleunigung beim Hauber acht Stunden am Tag nicht ausreichen würden, um das Fuhrwerk überhaupt vom Hof zu kriegen.

Wo Du gerade F90 sagst: unsere ganzen nicht fahrbereiten Schlacht- oder Restaurationsbusse habe ich gestern in unserer Halle mit einem solchen umher rangiert. Ich habe mich auf Anhieb mit dem alten Bock zurecht gefunden, obwohl ich den vorher noch nie gefahren bin. Schlüssel rein und an das Ding. Allein bei den ganzen Schaltsystemen heute mußte ich bisher immer erst Leute fragen, wie man überhaupt Gänge einlegt, geschweige denn die Karre gestartet bekommt. Die ganze Fahrt über wird man dann mit irgendwelchen nichtigen Fehlermeldungen zugemüllt, die a) nicht zutreffen und b) einen nur vom Fahren ablenken.

Um auch mal wieder etwas den Bogen zum Topic zu bekommen: ich denke, es geht hier um zwei wesentliche Dinge: E94 und Personalauswahl - einerseits das alte, aber immer noch solide Fahrzeugmaterial und andererseits Personal dafür zu finden, das nach "alter Schule" Fähigkeiten mitbringt, damit umgehen zu können (und es vor allem zu wollen). Ich spreche aus eigener Erfahrung aus obiger Branche, daß zuverlässiges Personal über Existenz oder Niedergang eines Unternehmens entscheidet. So eine mehr-oder-weniger "Einmann bzw. Frau-Show" wie Rail4U kann es sich nicht leisten, irgendwelche "Nullbock-Jobber" einzustellen, die Nachts um drei mit der Krankmeldung kommen, wenn der Dienst eine halbe Stunde später beginnt (oder erst gar nicht erscheinen). Beides paßt aber absolut in seine Zeit: hier die unkapputbare E94, da der Bundesbahn-Lokführer nach alter Schule, heute anfälliger Plastik-Müll und weitgehend Nullbock-Mentalität (allerdings vielfach auch von Arbeitgeberseite verursacht).
== http://www.kbs257.de == das Dransfelder Rampe Memorial == :schaffner

tahar
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Re: Lust bei Herr/ Frau Pirch zu arbeiten?

#16 Beitrag von tahar »

Patrick Seidler hat geschrieben: Beides paßt aber absolut in seine Zeit: hier die unkapputbare E94, da der Bundesbahn-Lokführer nach alter Schule, heute anfälliger Plastik-Müll und weitgehend Nullbock-Mentalität (allerdings vielfach auch von Arbeitgeberseite verursacht).
:applaus :applaus :applaus :applaus :applaus :applaus

Auch ich aus alter Schule derart frustriert darüber , dass ich PREISLICH mit Idioten konkurrieren soll, aber andererseits meine Erfahrung für gaaanz knifflige Fälle einsetzen soll-
(Soll heissen: Ich soll schwierige Fälle lösen für 50 Euro am Tag.)
Daher- quasi Arbeitsverweigerung.
Und genau DARÜBER haben wir einen Film gedreht, mit den letzten DBB Mitarbeitern die noch verbeamtet waren.
Auf der Strecke RO- KU.
Während der Aufnahmen kam es zu 3 Situationen, die schnell durch ANWESENHEIT am Stellwerk und Bahnhof gelöst werden konnten.
(brennender LKW auf ROLA etc. pp.).
Die zynischen Kommentare der Protagonisten waren erste SAhne.

LEIDER wurde der Film ab
er von einer Dame gekauft, mit dem Ziel, diesen NIE zu zeigen.....
Bin grad dabei, ihn auszulösen....

BTW: Hat jemand ZUGANG zum Stellwerk Steinhausen? Oder weiss was drüber?

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Re: Lust bei Herr/ Frau Pirch zu arbeiten?

#17 Beitrag von Stephan/Taschi »

Weiter so! Ihr ahnt gar nicht, wie sehr ich euer rituelles Eindreschen auf alles Neue genieße ;)

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Jens Strumberg
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Re: Lust bei Herr/ Frau Pirch zu arbeiten?

#18 Beitrag von Jens Strumberg »

Gut, dass früher alles besser war.

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Re: Lust bei Herr/ Frau Pirch zu arbeiten?

#19 Beitrag von Michael_Poschmann »

Jens, das stimmt nicht. Meine Sprungangaben beim Volleyball waren früher definitiv schlechter.

Gruß
Michael

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Carsten Hölscher
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Re: Lust bei Herr/ Frau Pirch zu arbeiten?

#20 Beitrag von Carsten Hölscher »

Wer es noch nicht mitbekommen hat: Barbara Pirch ist derzeit in Problemen, weil ihr jemand in die Lok gekracht ist und die Versicherung den Vorgang seit 4 Jahren verschleppt (ohne Darstellung der Gegenseite kennt man jetzt nur ihre Sicht, aber das wirkt auf mich schon glaubwürdig). Nachdem BILD drüber berichtet hat, nimmt das Thema Fahrt auf. We unterstützen möchte, kann sich z.B. hier eintragen.

https://www.openpetition.de/petition/on ... bara-pirch" target="_blank

Oder aber auch der HDI erklären, warum meine seine Verträge dort kündigen möchte. :mua

Barbara hat uns seinerzeit die Führerstndsfotos auf ihrer V200 ermöglicht, wenn ich das richtig im Kopf hab - also gibt es auch einen Zusi-Bezug.

Carsten

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