Diverse Fragen zur Technik der echten Bahn

Fragen der echten Bahntechnik, Lokbedienung, PZB usw.
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Nachzugler
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Re: Diverse Fragen zur Technik der echten Bahn

#681 Beitrag von Nachzugler »

Achim Adams hat geschrieben: 18.08.2022 22:47:52 Im Grunde geht das wie die normale serielle Schnittstelle am PC (ok, an alten PC). Nur eben dass der Pegel nicht wie am (alten) PC 5V beträgt, sondern eben 60V.
Nur der Vollständigkeit halber, 'die' serielle Schnittstelle (RS-232) arbeitet üblicherweise mit 12 V.
Achim Adams hat geschrieben: 18.08.2022 22:47:52 5V wären auf der Entfernung auch etwas albern.
Was ist "der Entfernung"? RS-485 arbeitet mit 1,5 V bis 6 V (ich kenne 5 V als üblich) bei Leitungslängen bis 1,2 km, CAN mit 5 V bei Längen bis (mindestens) 500 m. Soweit ich weiß, nutzt man auch eher niedrige Spannungen, weil man sonst bei jedem Pegelwechsel (relativ) 'riesige' Kapazitäten umladen muss.
Natürlich glaube ich, dass 60 V verwendet wurden und werden, ich wollte nur 'lange Kabel -> zwingend hohe Spannung' nicht stehenlassen. ;)
Falls ich doch falsch liegen sollte, kann man mich natürlich, wie üblich, gerne korrigieren.

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Joachim Günther
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Re: Diverse Fragen zur Technik der echten Bahn

#682 Beitrag von Joachim Günther »

Nachzugler hat geschrieben: 19.08.2022 11:54:18
Achim Adams hat geschrieben: 18.08.2022 22:47:52 Im Grunde geht das wie die normale serielle Schnittstelle am PC (ok, an alten PC). Nur eben dass der Pegel nicht wie am (alten) PC 5V beträgt, sondern eben 60V.
Nur der Vollständigkeit halber, 'die' serielle Schnittstelle (RS-232) arbeitet üblicherweise mit 12 V.
Achim Adams hat geschrieben: 18.08.2022 22:47:52 5V wären auf der Entfernung auch etwas albern.
Was ist "der Entfernung"? RS-485 arbeitet mit 1,5 V bis 6 V (ich kenne 5 V als üblich) bei Leitungslängen bis 1,2 km, CAN mit 5 V bei Längen bis (mindestens) 500 m. Soweit ich weiß, nutzt man auch eher niedrige Spannungen, weil man sonst bei jedem Pegelwechsel (relativ) 'riesige' Kapazitäten umladen muss.
Natürlich glaube ich, dass 60 V verwendet wurden und werden, ich wollte nur 'lange Kabel -> zwingend hohe Spannung' nicht stehenlassen. ;)
Falls ich doch falsch liegen sollte, kann man mich natürlich, wie üblich, gerne korrigieren.
Hier geht es um die Eignung von Hardware in Schienenfahrzeugen. Dafür sind mindestens die Anforderungen der DIN EN 50155 und DIN EN 50121 zu beachten. Die oben erwähnte serielle 60V-Schnittstelle hat sich im rauhen Eisenbahnbetrieb bewährt und hat Bestandschutz.
——————————-
Joachim Günther

F(R)S-Bauer
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Re: Diverse Fragen zur Technik der echten Bahn

#683 Beitrag von F(R)S-Bauer »

Hallo,

hohe Spannungen dienen historisch meist der Störsicherheit oder der Leistungsübertragung.
Bei der RS-485 geht das deshalb gut, weil ich Differenzstufen habe und Gleichtaktstörungen so kompensiert werden.
Ein weiter Punkt ist, das in den 70/80 Elektronik Neuland war. Das Ganze wurde er nach den Regeln der klassischen Elektrik gebaut mit massiven Anleihen aus der Fernmeldetechnik

History:
Außerdem kommt die ursprüngliche serielle Schnittstelle aus der Posttechnik. 60/120 Volt war damals auch die meistverwendete Spannung im Postbereich bei Fernschreibern.
Der klassische Fernschreiber taktet mit einem Umschalter zwischen +60 und - 60 Volt um und überträgt Seriell mit dem Baudot-Code, später CCITT-1.
Diese Geräte wurden auch als Ein/Ausgabe für die ersten Computer benutzt und das ganze entwickelten sich zur heutigen seriellen Datenübertragung.

Die 60 Volt als solches kommen zum eine als Sicherheitsanforderung aus dem Telefonbereich der 1900er (Noch nicht gefährlich), anderer Seitz aus dem Wunsch große Entfernungen zu überbrücken (~5 - 10Km),
und sind genau 5x12V Bleiakku, die damals in den Fernmeldeämtern Standard waren.

Eine weite Folge ist, dass es in der VDE Schutzleiter erst ab 65V braucht. Sonst hätte die Post alle Telefonleitungen mit Schutzleitern nachrüsten müssen.
Würde das ein heutiger Ing. Dimensionieren würde man da maximal 9Volt haben, weil ein Kind ja drankommen könnte.

Auch wenn der BWLer heute sagt, das ist Post, das ist Bahn, das ist Computer und gemeinsam ist nur mein Bonus, das ganze hängt enger zusammen als man glaubt.
(Der Bonus findet auch heute noch an der Physik sein Grenzen... :mua )

Gruß

Ralf

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MarvinD
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Re: Diverse Fragen zur Technik der echten Bahn

#684 Beitrag von MarvinD »

Moin!

Ich bin nicht sicher, ob das hier passt, aber einene eigenen Thread war es mir jetzt nicht Wert.

Weiß jemand was die Bahn in diesen Wagen der Bauart Sggmmrrs transportiert? Wenn ich richtig recherchiert habe ist der "Aufbau" wohl variabel und das sind eigentlich "Flachwagen" ... ?(

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Zuletzt geändert von MarvinD am 02.09.2022 00:14:22, insgesamt 1-mal geändert.

Lonestarr
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Re: Diverse Fragen zur Technik der echten Bahn

#685 Beitrag von Lonestarr »

MarvinD hat geschrieben: 01.09.2022 16:41:45
Wenn ich richtig recherchiert habe ist der "Aufbau" wohl variabel und das sind eigentlich "Flachwagen".
Nützt dir dieses PDF- Dokument zum Erkenntnisgewinn?

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Carsten Hölscher
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Re: Diverse Fragen zur Technik der echten Bahn

#686 Beitrag von Carsten Hölscher »

Ich hab solche Wagen schon auf dem Weg zur Hütte in Salzgitter gesehen, könnte also Erz oder Kohle drin sein.

Carsten

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MarvinD
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Re: Diverse Fragen zur Technik der echten Bahn

#687 Beitrag von MarvinD »

Lonestarr hat geschrieben: 01.09.2022 18:14:25
MarvinD hat geschrieben: 01.09.2022 16:41:45
Wenn ich richtig recherchiert habe ist der "Aufbau" wohl variabel und das sind eigentlich "Flachwagen".
Nützt dir dieses PDF- Dokument zum Erkenntnisgewinn?
Daher hatte ichdie Idee mit dem variablen Aufbau. Aber danke dir! :)
Carsten Hölscher hat geschrieben: 01.09.2022 22:16:02 Ich hab solche Wagen schon auf dem Weg zur Hütte in Salzgitter gesehen, könnte also Erz oder Kohle drin sein.

Carsten
Klingt plausibel, zumal die Fuhre in Lehrte dann Richtung BS abgebogen ist.

Alles klar :)

Philipp 628
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Re: Diverse Fragen zur Technik der echten Bahn

#688 Beitrag von Philipp 628 »

Moin,
ich habe mal zwei Fragen zur Türsteuerung einer Br 628:
1. Was bedeutet die Stellung "Taster am Fenster links" beim Türwahlschalter?
2. Für was sind die beiden schwarzen Tatser unter dem Türwahlschalter? Gehören die auch zur Türsteuerung?

Danke schonmal im Vorraus...
LG Philipp

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Christian Lehanka
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Re: Diverse Fragen zur Technik der echten Bahn

#689 Beitrag von Christian Lehanka »

Hallo,
Philipp 628 hat geschrieben: 03.09.2022 18:41:59 Moin,
ich habe mal zwei Fragen zur Türsteuerung einer Br 628:
1. Was bedeutet die Stellung "Taster am Fenster links" beim Türwahlschalter?
2. Für was sind die beiden schwarzen Tatser unter dem Türwahlschalter? Gehören die auch zur Türsteuerung?

Danke schonmal im Vorraus...
1. In dieser Stellung ist die Türsteuerung an zwei Tasten ("Schließen" und "Freigeben") am linken Seitenfenster übergeben.
2. Mit den Tasten kann man die Türen links und rechts hinter dem Führerstand einzeln schließen.

Christian

Philipp 628
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Re: Diverse Fragen zur Technik der echten Bahn

#690 Beitrag von Philipp 628 »

Ok, danke :)
LG Philipp

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Thomas U.
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Re: Diverse Fragen zur Technik der echten Bahn

#691 Beitrag von Thomas U. »

Während ich in Katernberg Süd heute so den vorbeifahrenden Zügen dabei zusah, wie sie den Müllsack aus dem gleisnahen Kübel raussogen und den Inhalt entlang des Gleises verteilten, fragte ich mich, woher immergrüne Selbstblocksignale auf Strecken mit Gleiswechselbetrieb eigentlich wissen, wann ein Zug aus der Gegenrichtung kommt. Hören sie den Erlaubniswechsel mit oder wird das bei Fahrstraßeneinstellung gemacht? Oder sogar erst, wenn der Zug von hinten in ihren Abschnitt einfährt? Oder bleiben sie einfach grün, weil's wurscht ist?

Vermutlich steht es schon irgendwo im Internet, aber Google ist ja leider eine Such- und keine Findemaschine, deswegen bin ich noch nicht viel schlauer geworden :D

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Fabian Schöpflin
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Re: Diverse Fragen zur Technik der echten Bahn

#692 Beitrag von Fabian Schöpflin »

Beim Selbstblock 59 (beim Sb zeigen die Sbk idR in Grundstellung Fahrt) mit Taktprüfeinrichtung (für GWB) werden beim Erlaubniswechsel die gegen die Erlaubnis stehenden Blocksignale gesperrt (und damit gleichzeitig in Haltstellung gebracht).

fabian_mst
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Re: Diverse Fragen zur Technik der echten Bahn

#693 Beitrag von fabian_mst »

Das ist beim Selbstblock 60 nicht anders. Auch dort wechseln die Blocksignale entgegen der Erlaubnis selbsttätig in Haltstellung.

Jan
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Re: Diverse Fragen zur Technik der echten Bahn

#694 Beitrag von Jan »

Thomas U. hat geschrieben: 12.09.2022 22:53:21 Oder sogar erst, wenn der Zug von hinten in ihren Abschnitt einfährt?
Andernorts gibt es die Variante tatsächlich, aber mit deutschen Selbstblocksignalen ist das nicht möglich – damit ein deutsches Selbstblocksignal wieder in Fahrt kommt, muss nicht nur der nachfolgende Blockabschnitt wieder frei sein, sondern auch das nachfolgende Signal in Haltstellung sein. Wenn man eine Selbstblockstrecke ohne besondere Vorkehrungen entgegen der regulären Fahrtrichtung befährt, führt das dazu, dass im Anschluss jedes zweite Blocksignal auf Halt stehen bleibt.

Wenn man sich mal eine Strecke N – 1 – 3 – 5 – 7 – 9 – A vorstellt, die jetzt umgekehrt entgegen der Fahrtrichtung (also von A nach N) befahren wird: Nach dem Freifahren des Blockabschnittes von Signal 9 kommt dieses auf Fahrt, sofern das Einfahrsignal A auf Halt steht. Signal 7 wird wiederum auf Halt stehenbleiben, da zu dem Zeitpunkt, an dem sein Blockabschnitt rückwärts freigefahren wird, Signal 9 bereits auf Fahrt steht. Signal 5 kann dann wiederum in Fahrt kommen, da Signal 7 ja in Halt hängengeblieben ist, Signal 3 muss dann wieder auf Halt bleiben, und so weiter, und so fort…

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Thomas U.
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Re: Diverse Fragen zur Technik der echten Bahn

#695 Beitrag von Thomas U. »

Danke für die Erleuchtungen :tup

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